Wimpernserum kaufen: worauf es bei den Inhaltsstoffen ankommt

Wimpernseren sind ein unübersichtlicher Markt. Die Flaschen sehen sich ähnlich, die Versprechen klingen ähnlich – und der wichtigste Unterschied steht klein auf der Rückseite der Verpackung.

Warum die Inhaltsstoffe zuerst kommen

Ein Teil der am Markt erhältlichen Wimpernseren enthält sogenannte Prostaglandin-Analoga – Wirkstoffe, die ursprünglich aus der Augenheilkunde stammen. Der wissenschaftliche Ausschuss der EU-Kommission (SCCS) kam Anfang 2026 zu dem Ergebnis, dass drei dieser Stoffe für die Anwendung in Kosmetik zur Förderung des Wimpernwachstums nicht als sicher gelten können.

Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe untersucht solche Produkte seit Jahren. In der Auswertung von 2026 wurde bei einem erheblichen Teil der geprüften Seren ein solcher Wirkstoff nachgewiesen – in einzelnen Fällen, ohne dass er auf der Verpackung angegeben war.

Worauf beim Kauf zu achten ist

  • Vollständige Inhaltsstoffliste. Fehlt sie oder ist sie nur als unscharfes Foto vorhanden, ist das ein schlechtes Zeichen.
  • Verantwortliche Person mit Anschrift. Jedes kosmetische Mittel in der EU muss eine haben.
  • Chargennummer und Haltbarkeit auf der Verpackung.
  • Nachvollziehbare Aussagen. Werbeversprechen mit konkreten Zahlen sollten erklären, worauf sie beruhen.

Skepsis bei sehr konkreten Versprechen

Aussagen wie „in zwei Wochen sichtbar länger“ klingen überzeugend, sind aber nur dann zulässig, wenn sie belegt sind. Seriöse Anbieter nennen dann auch die Studie: wie viele Teilnehmerinnen, über welchen Zeitraum, von wem durchgeführt. Fehlt diese Angabe, bleibt es eine Behauptung.

Wann man besser verzichtet

Während Schwangerschaft und Stillzeit, bei einer Chemotherapie, bei gereizter Haut am Lid oder bekannten Augenerkrankungen ist Zurückhaltung angebracht. Bei Unsicherheit hilft eine augenärztliche Einschätzung mehr als ein Produktvergleich.